Altes Pfarrhaus

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Das 1741 gebaute ursprüngliche Pfarrhaus wurde als solches bis 1910 von der protestantischen Gemeinde genutzt, dann wurde mit der Friedenskirche neben der Tiefburg ein neues Pfarrhaus im Fachwerkstil gebaut.

Altes Pfarrhaus, Photo kurz vor 1900
Altes Pfarrhaus, Foto kurz vor 1900, noch mit Brunnen

Vorgängerbauten an anderer Stelle

Bereits nach dem Dreißigjährigen Krieg wird ein Pfarrhaus der reformierten Gemeinde in Handschuhsheim an anderer Stelle erwähnt. Als 1674 französische Truppen Hand­schuhsheim überfielen, wurde dabei auch ihr Pfarrhaus zerstört, doch soll es sich um 1700 wieder in einem bewohnbaren Zustand befunden haben. Nach dem „Bergsträßer Rezeß“ 1650 wurde das Alte Pfarrhaus den Katholiken zugestanden.

Darauf entschloss sich die reformierte Verwaltung, das verfallene ehemalige Nonnenklösterchen in Nähe des Grahamparks für ihre Zwecke herrichten zu lassen. Als es so weit war, weigerte sich die Pfarrfrau entschieden einzuziehen, weil man sich erzählte, dass es dort „nicht sauber sei und Tag und Nacht spuke“. Der Pfarrer nahm nun seinen Wohnsitz in der „Waisenhausschaffnei“, musste aber bald wieder ausziehen, um ins „Schultheißenhaus“ überzuwechseln. Als ihm auch dieses Wohnrecht gekündigt wurde, nahm ihn Hans Schlicksupp in sein Haus auf, und dort verblieb die Pfarrverwaltung ca. zwanzig Jahre. Nachdem auch dieses Haus durch Kriegseinwirkung zerstört worden war, musste sich der Pfarrer über ein Jahrzehnt mit verschiedenen Wohnungen begnügen.

Vorgängerbau dieses Gebäudes

Am 17. Januar 1685 erwarb die Geistliche Güterverwaltung ein Haus mit Grundstück von dem Junker von Horneck. 1689 wurde dieses Haus im Pfälzisch-Orléansschen Erbfolgekrieg beschädigt, konnte aber wieder hergestellt werden. Doch ging die Baufälligkeit des alten Hauses zu Anfang des 18. Jahrhunderts soweit, dass man sich für den Abriss entschied.

Heutiges Gebäude

Altes Pfarrhaus 1913
Altes Pfarrhaus 1913, mit Kriegerdenkmal

Das heutige Gebäude entstand an dieser Stelle 1741. Wegen der einstmals vorhandenen schönen dreiteiligen Brunnenanlage wurde das Tor zum Garten etwas aus der Mitte versetzt. Dieser Brunnen wurde wegen der Errichtung des „Kriegerdenkmals“ entfernt. Der mittlere Trog stand bis vor wenigen Jahren auf dem Tiefburgplatz vor der Apotheke und wurde nach seiner Beschädigung durch KFZs entsorgt und durch einen neuen Brunnentrog ersetzt.

(gg)

(Fotos: Bacht/Tiefburgarchiv)